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wiesflecker-architekten zt gmbh
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ausgangssituation
der historisch (über)besetzte ort bergisel hat enorme zeitgenössische komponenten. als sportgerät – bereits ausreichend bearbeitet – als touristischer und sonstiger aussichtspunkt und als manifestierung eines der brennensten themen unserer zeit als verkehrsknotenpunkt.
diese komplexe schichtung muss wohl den ansatz einer neubearbeitung der räumlichen ordnung und damit der räumlichen verwebung sein.
die vorab formulierten unumgänglichen ausgangs- und anknüpfungspunkte sind
die sillschlucht – als romantische und zugleich brutalistisch durchschnittene natur- und verkehrsraumkomponente –
die schanze – als weltmännische (frauische) sportkomponente mit einem sehr schönen horizontalen dach auf der westseite –
der schießstand – der mir wichtiger erscheint, wie der zentralistische park – die verkehsdurchlöcherung – muss eigentlich auch auf der geordneten oberfläche vorsichtig bewusst gemacht werden - der andreas hofer – die skulptur erscheint mir schon seit frühester jugend etwas sehr bedrohlich – die aussicht – ist phantastisch aber sehr verstellt, dies resultiert wohl aus der touristischen angst vor dem blick auf die urbanen zwischenzonen, die auch innsbruck hat, usw.
vielschichtige geschichtliche, intellektuelle, politische überlagerungen, die an diesem ort und für diese aufgabe mit interpretiert werden müssen/sollen.

räumliche einfügung
in der konzeption erscheint es daher unumgänglich dem neuen museum durch eine großzügige städtebaulich abgeleitete idee die chance einer neuorientierung zu geben. aus diesem grundgedanken und den oben unvollständig aufgezählten mussanknüpfungspunkten entstand die städtebauliche idee des weitausgreifenden vorgelagerten aussichtsbauwerk. wobei die anknüpfung an das dach von zaha hadid, der schießstand, die interpretation der sillschlucht und der stadtbezug den baukörper ergeben. er erscheint mir derzeit so logisch generiert, dass wahrscheinlich alle eingereichten projekte so ausschauen werden/müssen.
durch diese horizontale gliederung ergibt sich für das museum die möglichkeit, große teile der sammlung neu ordnen zu können. dieses vernetzte nebeneinander von neuen und alten raumsequenzen erfordert und fordert eine museumstechnische neukonzeption und schafft damit die voraussetzung für eine spannende neuinterpretation der einzelnen museumskomponenten.

raumkonzept
die neue museale hauptebene ist im 1.obergeschoss angedockt und bindet 3 ausstellungsebenen im altbau ein. dadurch entsteht eine neu organisierte museumsraumsequenz die stark im wechselspiel mit dem ort liegen. dabei wurde allerdings versucht die eigentlichen ausstellungsräume stark der kontemplativen ausstellungsbetrachtung zuzuordnen. die nach aussen gerichtete verortung erfolgt im eigentlichen museumsbereich durch eine vorgelagerte schicht.

zu diesem horizontal geordneten ausstelungshauptteil gibt es zwei räumlich getrennt zugeordnete teile – das in den boden versenkte riesenrundgemälde in das man mit dem lift einfährt als interpretation der „weltausstellungsidee“ des 19.jhd. und die skulpturen- bzw. aussichtsplattform als wichtige ergänzung und als erweiterungsmöglichkeit des museumsbetriebs.
durch diese neuorganisation um die neue hauptausstellungsebene gelingt es museum und shop so anzuordnen, dass die störung des ausstellungsbetriebs durch den verkauf ausgeschlossen werden kann. der hauptverteilungsbereich im 1.obergeschoss ermöglicht den „gesonderten“ besuch des reisenrundgemäldes, wobei der weg und das einfahren in die aussichtsplattform in der externen und internen besuchernutzung konstant bleibt.

aussenraumkonzept
für die aussenraumkonzeption wird die historische schiessstandbepflanzung aufgenommen und mit der formal sehr schönen verkehrsunterhöhlung überlagert. aus diesem wechselspiel lassen sich alle funktionalen anforderungen, wie parken, zusätzlicher anschluss sprungschanze usw., lösen und bietet als basisidee künstlerische gestaltungspotential für die neuinterpretation von zusammenhängen.